Ich bin Betroffene / Ich bin Betroffener 

  • Sie sind betroffen von häuslicher und/oder sexueller Gewalt?
  • Sollten Sie direkt Anzeige erstatten wollen, wenden Sie sich an eine Polizeidienststelle.
  • Sind sie noch unsicher, möchten aber Verletzungen dokumentieren und Spuren sichern lassen, dann hilft Ihnen das Netzwerk ProBeweis.
  • Bei Beschwerden oder Verletzungen, die einer medizinischen Abklärung bedürfen, zunächst bitte umgehend medizinische Hilfe einholen!
  • Einige Verletzungen heilen sehr schnell, objektive Spuren (z.B. Sperma oder Speichel) gehen schnell z.B. durch Körperreinigung verloren.
  • Wenn Sie sich mit einem zeitlichen Abstand zum Ereignis für eine Strafanzeige entscheiden, sind die Verletzungen oft abgeheilt oder Spuren nicht mehr nachweisbar, so dass für ein Ermittlungsverfahren keine objektiven Befunde zur Verfügung stehen.
  • Auch kleinste Verletzungen (“blaue Flecken“, Kratzer o.ä.) sind wichtige Befunde, die Sie dokumentieren lassen sollten.
  • Bei sexueller Gewalt wenden Sie sich sofort - möglichst innerhalb von 72 Stunden nach dem Ereignis – bei sexueller Gewalt, die mehr als drei Tage zurückliegt oder bei körperlicher Gewalt suchen Sie zeitnah z.B. am nächsten Tag eine Untersuchungsstelle in Ihrer Nähe auf. Dort bietet Ihnen das Netzwerk ProBeweis:
    • Eine gerichtsverwertbare Dokumentation und Spurensicherung unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht
    • Eine Betreuung durch geschulte Ärzte
    • Eine kostenlose Untersuchung
  • Sie entscheiden was untersucht und dokumentiert werden soll. Erst bei Schweigepflichtsentbindung durch Sie werden Befunde an die Ermittlungsbehörden weitergegeben

 

Im Vorfeld

  • Wenn möglich keine Körperreinigung vornehmen.
  • Evtl. relevante Kleidungsstücke oder andere Spurenträger (Bettlaken, Taschentücher, etc.) in Papiertüte zum Trocknen aufbewahren – keine Plastiktüten verwenden, da hierdurch Spuren zerstört werden.
  • Falls Unterwäsche als Spurenträger in Betracht kommt, kann diese in den Untersuchungsstellen abgegeben werden.
  • Für größere Kleidungsstücke oder andere Spurenträger erhalten Sie eine spezielle Asservierungstüte, um diese zu Hause zu lagern.
  • Ausweisdokument mitbringen.

 

Ablauf

  • Sie erhalten zunächst Informationen zur Untersuchung.
  • In Absprache mit Ihnen werden die Verletzungen (foto)dokumentiert bzw. Spuren gesichert.
  • Auf Wunsch wird Ihnen Kontakt zu regionalen Opferunterstützungseinrichtung vermittelt.
  • Dokumentation und Spuren werden sicher gelagert und nur auf Ihren ausdrücklichen Wunsch herausgegeben (wenn Sie sich zum Beispiel später entscheiden Anzeige zu erstatten).
  • Weiterführende Untersuchungen (z.B. DNA-Untersuchungen, Untersuchungen auf K.o.-Tropfen o.ä.) sind nicht Bestandteil der Untersuchung und werden nicht automatisch durchgeführt, sondern erst nach polizeilichem Auftrag.
  • Sie haben weitere Fragen? Sie möchten einen Untersuchungstermin vereinbaren? Nehmen Sie am besten gleich Kontakt auf!